Begriffe wie TMS, rTMS oder dTMS tauchen immer häufiger auf, wenn es um moderne, nicht-medikamentöse Behandlungsansätze bei Depressionen geht. Gleichzeitig wirken sie für viele Menschen technisch, abstrakt oder schwer einzuordnen.
Dieser Artikel erklärt die Unterschiede zwischen TMS, rTMS und dTMS in einfachen Worten – inklusive etwas Hintergrund zur Entwicklung und Akzeptanz dieser Verfahren. Zum Schluss werfen wir auch einen Blick auf tDCS als alltagstaugliche Alternative für zu Hause.
Was bedeutet TMS überhaupt?
TMS steht für Transkranielle Magnetstimulation. Dabei wird eine Magnetspule außen am Kopf platziert, die kurze Magnetimpulse erzeugt. Diese Impulse können bestimmte Bereiche des Gehirns stimulieren – ganz ohne Operation oder Medikamente.
TMS wird seit den 1980er-Jahren erforscht und kommt heute vor allem in spezialisierten Kliniken zum Einsatz, unter anderem bei Depressionen, wenn andere Behandlungen nicht ausreichend geholfen haben.
rTMS: Die heute am häufigsten eingesetzte Form
rTMS bedeutet repetitive transkranielle Magnetstimulation. Im Gegensatz zur klassischen TMS handelt es sich nicht um einzelne Impulse, sondern um tausende wiederholte Magnetimpulse pro Sitzung.
Diese Wiederholung ist entscheidend:
Sie soll dazu beitragen, die Aktivität bestimmter neuronaler Netzwerke nachhaltig zu beeinflussen. Genau deshalb ist rTMS heute die am besten etablierte und am häufigsten eingesetzte Form der Magnetstimulation bei Depressionen.
Typisch für rTMS:
- Behandlung in der Klinik oder Praxis
- Sitzungen an mehreren Tagen pro Woche
- Mehrere Wochen Behandlungsdauer
In vielen Ländern ist rTMS inzwischen anerkannt und wird teilweise auch von Krankenkassen übernommen – vor allem bei therapieresistenter Depression.
dTMS: Stimulation tieferer Hirnregionen
dTMS steht für Deep Transcranial Magnetic Stimulation. Sie nutzt eine spezielle sogenannte H-Spule, die Magnetfelder anders verteilt als klassische TMS-Spulen.
Das Ziel:
Nicht nur oberflächennahe Hirnareale zu stimulieren, sondern tieferliegende Strukturen und größere neuronale Netzwerke zu erreichen.
dTMS wird häufig dann eingesetzt, wenn:
- frühere Behandlungen nicht ausreichend gewirkt haben
- komplexere Symptomverläufe vorliegen
Allerdings ist dTMS technisch aufwendiger, weniger verbreitet und meist nur in spezialisierten Zentren verfügbar.
Warum es verschiedene Formen von TMS gibt
Die Unterschiede zwischen TMS, rTMS und dTMS hängen vor allem mit zwei Faktoren zusammen:
- Art der Stimulation
Einmalige Impulse versus wiederholte Sitzungen über Wochen. - Tiefe und Reichweite
Oberflächennahe Areale (TMS, rTMS) versus tiefere Hirnregionen (dTMS).
Welche Methode sinnvoll ist, hängt immer von der individuellen Situation ab – also von Symptomen, Vorerfahrungen und ärztlicher Einschätzung.
Grenzen der Magnetstimulation im Alltag
So wirksam und gut erforscht rTMS und dTMS auch sind:
Sie haben einen klaren Nachteil – den Aufwand.
- regelmäßige Termine in der Klinik
- feste Behandlungszeiten
- begrenzte Verfügbarkeit
- hohe Kosten
Für viele Menschen ist das im Alltag schwer umsetzbar, besonders über mehrere Wochen hinweg.
tDCS: Eine alltagstaugliche Alternative für zu Hause
Hier kommt tDCS ins Spiel – die transkranielle Gleichstromstimulation.
Im Unterschied zur Magnetstimulation arbeitet tDCS mit sehr schwachem elektrischem Strom, der über Elektroden am Kopf gezielt bestimmte Hirnareale beeinflusst. Die Stromstärke ist dabei so gering, dass sie in der Regel nur als leichtes Kribbeln wahrgenommen wird.
Der entscheidende Vorteil:
tDCS kann – unter Anleitung – zu Hause angewendet werden.
Warum tDCS für viele Menschen interessant ist
- keine Klinikbesuche nötig
- flexibel in den Alltag integrierbar
- nicht invasiv und gut erforscht
- besonders geeignet für langfristige Anwendung
Bei Flow Neuroscience ist tDCS Teil eines strukturierten Programms, das Hirnstimulation, App-basierte Unterstützung und therapeutische Inhalte kombiniert – mit dem Ziel, Menschen mit Depressionen eine zugängliche und alltagstaugliche Behandlungsoption zu bieten.
Fazit: Welche Methode passt zu dir?
- TMS / rTMS / dTMS sind klinisch etablierte Verfahren, meist in spezialisierten Zentren
- rTMS ist heute der Standard in der klinischen Praxis
- dTMS kann tiefere Hirnregionen ansprechen, ist aber weniger verbreitet
- tDCS bietet eine flexible, nicht-invasive Alternative für zu Hause
Welche Option sinnvoll ist, hängt immer von deiner persönlichen Situation ab. Wichtig ist: Es gibt heute mehr Möglichkeiten denn je, Depressionen auch ohne Medikamente aktiv anzugehen.